Chronik des Vereins

Die Geschichte des KGV am Forst begann eigentlich schon lange Zeit vor der Gründung des Vereins im August 1977.

Das Gelände befindet sich im Besitz des Landes Hessen und wurde bis 1947 als Nadelwald genutzt.

1947 wurde das Gelände gerodet und in Parzellen von ca. 300 m² eingeteilt. Damals gab es für die beteiligten Arbeiter noch extra Lebensmittelmarken für Schwerarbeit. Danach wurden die Parzellen an die einzelnen Pächter zum jährlichen Pachtpreis von 3,- RM, vorwiegend an Flüchtlinge und Ausgewiesene verpachtet, zum Anbau von Kartoffeln und Gemüse, um die schmale Kost aufzubessern. Später wurden auf den Przellen auch einige Häuschen errichtet und von Familien mit Kindern bewohnt.

Im nahen Wald, welcher von der amerikanischen Armee als Truppenübungsplatz genutzt wurde, auch mit schwerem Gerät, Panzern,. LKW´s usw. war das ganze Jahr Betrieb. Es wurde dauernd gefahren und geschossen, an Ruhe war nicht zu denken. Bei Trockenzeiten und Fahrbetrieb wurde das Gelände, bei gleichzeitigem Süd- bis Westwind durch Staubwolken regelrecht eingenebelt.

Dies hat sich bis heute durch Proteste der Bevölkerung und Parteien merklich gebessert. Das Übungsgelände wurde starkl verkleinert und die Kettenfahrzeuge wurden ganz herausgenommen. Doch die Spuren sind heute noch für jeden Spaziergänger deutlich sichtbar.

Ende der 50er Jahre,1959, wurde dann auf Drängen der Forstverwaltung, um nicht mit jedem einzelnen Pächter verhandeln zu müssen, die Interessengemeinschaft Planzgarten gegründet. In diesem Jahre wurde auch ein neuer Pachtvertrag mit dem Land Hessen und einem jährlichen Pachtbetrag von 3,- DM je Parzelle, zuzüglich 50 Pfg Beitrag für die Interessengemeinschaft abgeschlossen.

1976 wurden vom Land Hessen die Pachtverträge gekündigt, da sich wie so oft einige Zeitgenossen an die bestehenden Auflagen  nicht gehalten haben. Nach Eingaben und Bitten an die Forstverwaltung wurde dann ein neuer Pachtvertrag, aber mit einem eingetragenen Verein, in Aussicht gestellt. Auch mussten für alle bisher errichteten Bauten eine Bauanzeige gemacht werden.

So wurde im August 1977 der Kleingärtnerverein Am Forst e.V. gegründet. Die Gründungsversammlung wurde in der Vereinsgaststätte der Taubenzüchter abgehalten.

Anwesend waren: Vertreter der Forstverwaltung, Vertreter des Kreisverbandes der Kleingärtner Starkenburg, sowie Pächter der einzelnen Parzellen.

Nach reger Aussprache aller Anwesenden wurde dann ein Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender             Hr. Tiedemann

2. Vorsitzender             Hr. Ringhof

1. Schriftführer            Hr. Sponagel

1. Rechner                     Hr. Sejak

2.Schriftführer             Hr. Schalk

2. Rechner                     Hr. Siegel

Arbeitseinsatzleiter      Hr. Fordey

Nun konnte das Vereinsleben beginnen. Es wurde ein Gartenplan mit den einzelnen Parzellen und Pächtern erstellt.

1978 fand das erste Gartenfest im neuen Vereinsgarten statt. Den ersten Eintopf a la KGV Am Forst, wie er auch heute noch gekocht wird, wurde von Gartenfreund Schmitt nach eigenem Rezept und Zutaten, die Gartenfreund Lang vorher mit der Schubkarre bei den einzelnen Gärtnern eingesammlt hatte, im großen Kessel zubereitet.

Die von Frau Siegel gekonnt zubereiteten Cevapcici fanden reißenden Absatz. Dazu gab es noch Steaks und Bratwurst. Auch Getränke waren reichlich vorhanden, sowie eine Gartenbar, wo unsere Gäste bestens bedient wurden.

Im nahen Wald wurde von Gartenfreund Fetsch und seinen Helfern eine Freiluft-Kegelbahn gebaut, hier wurde mit viel Spass und Ehrgeiz um die ausgesetzten Preise zwei Tage lang gekegelt. Auch die Kinder wurden mit Spielen und einem Wettbewerb durch die ganze Anlage beschäftigt. Es war rundum ein gelungenes Fest.

Vom Herbst 1978 bis Frühjahr 1979 fand in Darmstadt vom Kreisverband ein Fachberater-Lehrgang statt, welcher von Lang, Schalk, Fritscher und Krämer mit Erfolg abgeschlossen wurde. 1979 erfolgte die erste Gartenschätzung nach den Richtlinien des Hess. Kleingartengesetzes bei Pächterwechsel durch die Fachberater.

Im Herbst des Jahres 1979 wurde ein zünftiges Westernfest mit Lagerfeuer, Lassoschwingen und Messerwerfen, bei gutem Essen und diversen Getränken gefeiert.

In den Jahren 1980 und 1981 erfolgte der Wegebau und die Errichtung der Tore.

1982 erfolgte der Umzug ins neue Vereinsgelände, nachdem das alte zu klein geworden ist.

Im folgenden Jahr 1983 wurde unter dem 1. Vors. Th.Sejak, sowie H.Fordey und R.Quast das Vereinheim geplant und unter Mithilfe der Mitglieder errichtet. Nun finden alljährlich im Juni unsere allseits bekannten Erdbeerfeste auf dem Vereinsgelände statt. Nachdem die Leihgebühren für Zelte zu teuer wurden, haben wir 1988 in Eigenarbeit, unter besonderer Mithilfe der Gartenfreunde Fordey, Weidner sen., Etsch, Meisner und Sadowski ein eigenes Festzelt gebaut.

Im Jahre 1989 ist dann das Vereinsgelände an die Strom- und Wasserversorgung der Stadtwerke Viernheim angeschlossen worden. Danach konnten im Jahr 1991 in Eigenarbeit die einzelnen Parzellen, durch den Bau einer Wasserleitung, mit Stadtwasser versorgt werden.

Dadurch entfiel der Lärm durch die Motorpumpen, die sich fast jeder Pächter zwischenzeitlich angeschafft hatte.

1992 Wurde die Wasserleitung in Betrieb genommen und die Wege wurden wieder neu hergerichtet.

1999 ist endlich ein Bebauungsplan von der Stadt Viernheim für die Dauerkleinanlage erstellt worden, welcher doch einiges erleichtert.

Im Jahr 2001 wurde mit dem Bau einer stabilen Einfriedung der Anlage in Eigenarbeit begonnen, welche in den folgenden Jahren fertig gestellt wurde.

2002 konnte der Verein sein 25 jährige Vereinsjubiläum in der Gartenanlage feiern, hierbei wurden Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft und besonder Leistungen geehrt. In der Folgezeit wurden K.Weidner und H.Fordey zu Ehrenmitglieder ernannt.